Klimabulletin Juni 2026

Der Juni 2026 ist in Stadt und Region Bern rekordheiss: Am 27. Juni wird erstmals die 40-Gradmarke geknackt.

Bern, 3. Juli 2026. Der Juni 2026 war in Stadt und Region Bern rekordheiss – ab Mittwoch, 17. Juni herrschte eine anhaltende Hitzewelle mit Temperaturen verbreitet über 30 °C. Die Aare verzeichnete am Samstag, 27. Juni mit 24.1 °C einen neuen Wärmerekord. Am gleichen Abend stiegen die Temperaturen in der Vorderen Länggasse und im Lorrainepark über 40 °C! In der Nacht vom 28. auf den 29. Juni beendete ein heftiger Sturm mit Starkregen die ausserordentliche Hitzephase. Der Smart City Verein Bern fordert eine regionale Taskforce, um kommende Hitzewellen koordiniert anzugehen.

Am Mittwoch, 17. Juni 2026 kletterten die Temperaturen dank einem stationären Hochdruckgebiet über Mitteleuropa schweizweit erstmals auf 30 °C und mehr. MeteoSchweiz publizierte Hitzewarnungen der Stufen 3 und 4 (für die Nordwestschweiz) und registrierte eine Schweizer Mitteltemperatur, die im Juni 2026 ganze 3.5 °C über der Referenzperiode 1991-2020 lag: Der Hitzejuni 2026 belegt damit schweizweit den 3. Rang seit Messbeginn 1864. Die Mitteltemperatur der Station Zollikofen lag im Juni 2026 bei 20.7 °C – die Mitteltemperatur aller Messstationen der Smart Urban Heat Map überstieg diesen hohen Wert noch einmal um 1.1 Grad Celsius (21.8 °C), gleichbedeutend mit einer deutlichen Zunahme gegenüber dem Juni 2025: Damals lag die mittlere Temperatur noch bei 20.7 °C.

Die Hitzewelle hielt bis Sonntag, 28. Juni an und brachte nebst zahlreichen Hitzetagen und Tropennächten auch neue Höchsttemperaturen für Flüsse und Seen. Die Aare verzeichnete am Abend des 27. Juni mit 24,1 °C einen neuen Wärmerekord – für Badefreudige eine angenehme Abkühlung, purer Stress für Forellen und Äschen.

Der heisseste Tag in der Stadt Bern war der 27. Juni 2026 mit einer Höchsttemperatur von 40.4 °C (Vordere Länggasse) bzw. 40.1 °C (Lorrainepark). Über den ganzen Juni hinweg gehörten Europaplatz, BernExpo und Muri Blümlisalpstrasse mit mittleren Temperaturen zwischen 23.2 °C und 23.5 °C zu den wärmsten Standorten. Vergleichsweise kühl erwiesen sich die Stationen Zollikofen Reichenbach, Gurten Kulm und Niederwangen Taubentränke mit mittleren Temperaturen zwischen 18.5 und 20.7 °C.

Die Anzahl Hitzetage schwankte in Stadt und Region Bern zwischen 13 und 15, Spitzenreiter waren die Vordere Länggasse (15 HT), Bern Lorrainepark (15 HT) und Belp Zentrum (14 HT). Gegenüber dem Juni 2025 bedeutet dies einen leichten Rückgang, bedingt durch die kühlere erste Junihälfte 2026.

Neben Hitzetagen haben auch Tropennächte Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden: Das Messnetz verzeichnete im Juni 2026 an den wärmsten Standorten zehn Tropennächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 °C sanken. Spitzenreiter waren Gurten Kulm, Kehrsatz Breitägertenstrasse (je 10 TN), gefolgt von Hirschengraben, Zieglerstrasse (Emch + Berger) sowie Bern Expo (je 9 TN). Damit lag die Anzahl Tropennächte deutlich über dem Vorjahr: Im Juni 2025 verzeichneten die wärmsten Standorte maximal sechs Tropennächte.

Am Abend des 27. Juni 2026 betrugen die Einschlaftemperaturen zwischen 22 und 23 Uhr verbreitet immer noch über 30 °C, was einerseits einen unrühmlichen Rekord bedeutet, andererseits Anlass zu grosser Besorgnis gibt: Tropennächte bilden ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko für ältere und chronisch kranke Menschen.

Begünstigt durch die Hitzewelle und die starke Sonneneinstrahlung stiegen in Stadt und Region Bern auch die Ozonwerte. Dabei wurde auch der Stundenmittel-Grenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft an mehreren Tagen überschritten. Eine hohe Ozonkonzentration reizt Augen und Atemwege, verringert die Lungenfunktion und ist besonders gefährlich für Kinder, Asthmabetroffene und ältere Menschen.

Fazit: Der Juni 2026 bestätigt die Tendenz zu einer Zunahme von intensiven und langanhaltenden Hitzewellen, verbunden mit zahlreichen Hitzetagen in Stadt und Region Bern. Er steht exemplarisch für die fortschreitende Klimaerwärmung – und zeigt dringenden Handlungsbedarf für Klimaanpassungsmassnahmen.

Um die Herausforderungen koordiniert anzugehen, ruft der Smart City Verein Bern zur Bildung einer regionalen Taskforce auf, die für kommende Hitzewellen:

  • Hitzeaktionspläne entwickelt und umsetzt
  • Klimaanpassungsmassnahmen anregt und koordiniert
  • Innovative Lösungen wie smarte Beschattung oder Kühlkonzepte fördert

Besonders betroffen von der Stadthitze sind ältere und chronisch kranke Menschen sowie ar-mutsbetroffene Personen inschwierigen Wohnverhältnissen. 2024 zählte die Schweiz 326 hitzebedingte Todesfälle, überwiegend ältere Menschen – diese Zahl dürfte in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Die zunehmende Stadthitze ist kein Schicksal und erfordert entschiedenes Handeln – für eine lebenswerte Stadt und Region Bern.

Für Rückfragen: Felix Adank, Klimabeauftragter Smart City Verein Bern, Tel. 078 737 82 92

Quellen: Smart Urban Heat Map, MeteoSchweiz (Messstation Zollikofen) und Bundesamt für Umwelt (Hydrologische Daten, Standort Bern Schönau)

Link zur Klimaplattform: stadthitze.be

 

 

Smart City Verein Bern Felix Adank
Autor*in: Felix Adank, Klimaverantwortlicher Smart City Verein Bern